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Aktuelles
Neue Stipendien
Bis zu 6.000 Tundrasaatgänse (Anser serrirostris) überwintern jährlich im hessischen Ried, das damit zu den größten und wichtigsten Überwinterungsgebieten am Oberrhein zählt. Ein neu vergebenes Stipendium befasst sich mit der Frage nach dem Fraßverhalten der Tundrasaatgänse während ihres Aufenthalts im Winterquartier. Da die Gänse gerne auf Wintergetreide- und Rapsfeldern weiden, sind Konflikt mit der Landwirtschaft vorprogrammiert. Die erwarteten Aussagen sollen einen Beitrag liefern zur Lösung dieses Konfliktes zwischen Landwirten und Naturschützern, aber auch zur Managementplanung des ausgewiesenen EU-Vogelschutzgebietes, in dem das hessische Ried liegt.
Eine Untersuchung zur Bestandsentwicklung und zum Dispersionsverhalten einer isolierten Blaukelchenpopulation im Schwalm-Eder-Kreis soll Aussagen zu den Auswirkungen des Lebensraumverlustes durch die Flutung des Tagebaus Gombeth ermöglichen. Diese Aussagen sollen Grundlage für die Entwicklung und Durchführung von Schutzmaßnahmen für die Blaukehlchenpopulation sein.
Kürzlich abgeschlossene Arbeiten
Mit dem Einfluss von Klimaveränderungen auf die Verbreitung des Rotmilans in Hessen beschäft sich ein kürzlich abgeschlossenes Stipendium. Anhand verschiedener Fragen, denen im Rahmen von modernen Modellierungsansätzen nachgegangen wird und die vor allem den klimabedingten Nutzungswandel der Landschaft einbeziehen, werden Aussagen zu Ursachen des gegenwärtig zu beobachtenden Rückgangs der Art und ggf. erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen.
Insgesamt kommt die Stipendiatin zur Aussage, dass unter Berücksichtigung der vorliegenden, aber unzureichenden Daten über prognostizierte Landnutzungsveränderungen bis 2050 von nur einer geringen Auswirkung der Klimaveränderung auf den Rotmilanbestand in Hessen auszugehen ist (Zunahme bis zu 3 % bis 2050 und bis zu 16 % bis 2080 ist möglich). Es kann allerdings zu lokalen Verschiebungen der Populationsdichte je nach regionalklimatischen Schwankungen und Landnutzungsänderung kommen. Die zugrundegelegten Modelle ergeben bei einer reiner Klimabetrachtung Bestandszunahmen von 0,6 bis 10,8 % bis zum Jahr 2050. Ergänzt durch prognostizierte Landnutzungsänderungen lässt sich ein leichter Rückgang bis 2030 von max. 0,8 % darstellen. Würde der gesamte Nadelwald in Misch- bzw. Laubwald umgewandelt nähme der Rotmilanbestand etwa um 2 % bzw. 4 % bisd zum Jahr 2050 zu.